Körperwahrnehmung

Wahrnehmung verbinden wir meist mit Sinneserfahrung wie Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten. Doch was bedeutet es den eigenen Körper innerlich wahrzunehmen, sich selbst wieder erspüren zu lernen? Dies erscheint den meisten Menschen eher fremd und in der wesentlichen Bedeutung wenig bewusst. Oft wissen wir noch, dass ein gutes Körpergefühl uns Sicherheit und Selbstwert gibt. Oder, dass Kinder die sich in der Natur bewegen Balance und Raumempfinden trainieren und mit ihrem Körper dann in einem gesunden Gleichgewicht sind.

 

Unseren Körper wahrzunehmen, bedeutet mit ihm in Beziehung zu sein und fähig zu sein unsere Aufmerksamkeit nach innen zu richten. "Wie geht es meinem Körper? Was will er mir sagen? Was kann ich in ihm erspüren?“ Je bewusster wir unseren Körper erfühlen, desto feiner nehmen wir seine innere Bewegtheit wahr. Zum Beispiel die zarten Nuancen von Hunger, Durst, Müdigkeit, Muskelanspannung, Kälteempfinden oder innere Unruhe zeigen sich dann früher als wir es gewöhnlich bemerken. Unser Körper sendet uns fortwährend Botschaften, er drückt sich aus über das was wir fühlen. Körperausdruck und Körpersprache ist Fühlen und Lebendigkeit. Erfahrungsgemäß nehmen viele Menschen ihren Körper meist aber erst dann wahr, wenn es irgendwo zwickt, drückt oder schmerzt.

 

Eine gute Körperwahrnehmung kann zu einem achtsameren Umgang mit Anspannung und Entspannung führen. Sie hilft, Körperregionen wieder zu „erwecken“ und sie in ihrer Lebensenergie anzuregen.  Je mehr sich unser Vertrauen in die eigene Empfindung vertieft, desto sensibler zeigt unser Körper sich auch in seiner Verletzlichkeit. Je mehr wir diese zulassen, desto näher kommen wir dem, was uns wirklich gut tut. 

 

Körperwahrnehmung geschieht immer im Moment. Es ist nichts Vorbereitetes oder Gemachtes.

Es ist ein Einlassen, Zulassen, Loslassen.

 

                   Einlassen auf den Kontakt mit sich selbst.

             Zulassen was sich zeigen will.

        Loslassen was nicht zu uns gehört.

 

Körperwahrnehmung ist ein feiner Prozess der aus der Beobachtung geschieht. Anhand von Berührung, Atem- oder Körperübungen kommt Unbewusstes ins Bewusstsein und kann über einige Zeit der Übung in eine neue Erfahrung gebracht werden. Dabei wird auch deutlich wie alles miteinander wirkt.